Description
Kaum eine Figurengruppe der Meissener Porzellankunst ist so bekannt und charmant wie die “Affenkapelle” Johann Joachim Kaendlers. Als der Modellmeister 1753 sein Orchester aus 21 musizierenden Affen in Menschenkleidern schuf, hielt er der höfischen Rokokogesellschaft auf humorvolle Weise den Spiegel vor.Die neu modellierte Figur des Xylophonspielers führt diese Tradition fort – als jüngste Ergänzung der berühmten Serie.Die Kultur des Rokoko war geprägt von Inszenierung, Bühne und spielerischer Verkleidung. Der Adel feierte opulente Feste mit Musik, Tanz und Feuerwerk. In dieser Atmosphäre entstanden “Singerien” – Darstellungen von Affen in menschlichen Rollen, abgeleitet vom französischen singe. Als Parodien gesellschaftlicher Rituale waren sie im 18. Jahrhundert äußerst beliebt und schmückten ganze Räume, etwa im Schloss Chantilly bei Paris.Auch Kaendlers “Affenkapelle” gehört in diesen Kontext: kunstvoll gekleidete Äffchen musizieren auf höfischen Instrumenten – ein Spiel zwischen Tier und Mensch, Ironie und Virtuosität.In der Neuzeit wurde die Serie behutsam erweitert, zunächst um zwei Figuren nach historischen Vorlagen. Zum 320. Geburtstag Kaendlers setzt die Manufaktur diese Tradition fort.Mit dem neuen Xylophonspieler knüpft Modelleurin Silke Ebermann an die Formensprache des Rokoko-Meisters an. Auf Basis historischer Studien entstand ein weiterer Musiker: mit erhobenem Schlägel, konzentriertem Ausdruck und lebendiger Körperspannung. Die fein gearbeitete Kleidung sowie die präzise Darstellung von Fell, Stoff und Bewegung zeigen die künstlerische Qualität, die schon Kaendlers Figuren auszeichnet.









